Artikel Münchens neueste Location

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Münchens neueste Location
Die Isarphilharmonie im Magazin "Gasteig HP8 Oktober 2021"Fotonachweis: Mónica Garduño

Seit Oktober 2021 gibt es in München das Ausweich-Quartier für den Gasteig – eines der größten Kulturzentren Europas in der Hans-Preißinger-Str. 8. Gedacht ist diese Isarphilharmonie als vorübergehende Lösung (bis mindestens 2027) – aber wir vermuten, dass dies für immer bleibt, denn wie sagte uns einer der Verantwortlichen „dafür ist die Akustik einfach zu sensationell“. Wir fügen hinzu: Die Gebäude und vor allem die schwarze Innenverkleidung der Isarphilharmonie sehen auch zu sensationell aus und niemand kann dies wieder abreißen wollen. Es wurde binnen 3 Jahren für 42 Mio. Euro erbaut. 

Herzstück ist die Isarphilharmonie mit aufsteigender Bestuhlung (1.956 Plätze). Man sitzt deutlich näher an der Bühne als in der alten Philharmonie. Maximale Bühnenfläche sind 272qm.

Ausgebucht bis 2024
Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Kann man dies mieten und darf dort anderes gezeigt werden als ausschließlich klassische Musik? „Da sind wir gerade am Überlegen, ob wir uns für andere Genres und Veranstaltungen öffnen. Ausgebucht sind wir bis einschließlich 2024“, so der Verantwortliche der Location. Nach der exklusiven Führung ist uns klar, warum dies ausgebucht ist.

Künstler-Catering im Gasteig war auf der Straße
Im alten Gasteig waren die Räume so begrenzt dass (zusammen mit den Brandschutzbestimmungen), die Künstler ihr Catering in der LKW-Anfahrt im Freien einnehmen durften – auch bei Minustemperaturen. Zudem durfte das LKW-Beladen nachts wegen der Anwohner nicht in der LKW-Anfahrt stattfinden. Daher musste man die Licht- und Ton-Cases durch ein Labyrinth mit mehreren Aufzügen auf die andere Gebäude-Seite schleusen. Das ist Vergangenheit.

Im Vergleich zur Philharmonie am Gasteig hat die Isarphilharmonie deutlich mehr und bessere Hängepunkte für die Licht- und Tontechnik.
Zudem hat die Isarphilharmonie eine überdachte Anlieferung mit Hebebühne. Die Cases können direkt auf die Bühne geschoben werden.

Das verwendete Fichtenholz scheint zwar günstiger Herkunft zu sein. Durch den schwarzen Anstrich (gebeizt, unlackiert) und die stylishe Anordnung ergibt sich eine enorm hochwertige Optik.
 

Das Foyer fasziniert durch wunderbare Industrie-Optik im alten Trafogebäude von 1929. 

Kritik
Die Namen „HP8“ (also einfach die Adresse Hans-Peißinger-Str. 8) für das Gelände und „Isarphilharmonie“ (kopiert von der Elbphilharmonie) sind aus einem Namenswettbewerb hervorgegangen, an dem alle Münchner teilnehmen durften. Der Stadtrat hat sich dann offensichtlich für die pragmatischsten und mehrheitsfähigen Namen entschieden. Da scheint die Innenarchitektur deutlich mutiger als die Namens-Entscheidung. Naja: Passt scho.

Momentan sind die Gebäude von außen leider garnicht als Kulturzentrum zu erkennen. Hoffentlich ändert sich dies noch, damit die Bevölkerung, die dies ja bezahlt, auch sieht, dass jeder diese Kulturstätte nutzen kann.

Die FAZ spottet architektonisch über diese Bauten, da sie außen wie innen wie ein Logistikzentrum aussehen würden und einem Hochkulturgebäude auf Dauer nicht würdig seien. Mag sein, dass sich klassische Musik einen anderen Rahmen wünscht … wir lieben den Saal … und arbeiten daran hier einmal auftreten zu können.

Fotos: Mónica Garduño, Gasteig, Ingo Pawelke

Bildnachweis Titelbild: © Mónica Garduño

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